Alexandra Julius Frölich, M.A., Künstlerische Leitung, im Juni 2012:

„In unserer an Theaterhäusern so reichen Stadt wird der Zuschauer nicht selten mit Klassikern konfrontiert, die bis zur Unkenntlichkeit aktualisiert worden sind. Ich persönlich sitze dann im Theater und bewundere den Einfallsreichtum der Regie und die Virtuosität der Schauspieler, ich analysiere und interpretiere die Szenerie – weil mich das Geschehen auf der Bühne, die Figuren, nicht in ihren Bann zu ziehen vermögen. Das kleine Wunder des Miterlebens und Mitleidens stellt sich nicht ein. Dann kommt der Blick auf die Uhr, die Überlegung, dass der Tatort auch nicht schlecht und v.a. preiswerter gewesen wäre, und der Magen meldet Hunger. Mein Wunsch ist es, mit diesem Ensemble Theater auf die Bühne zu bringen, das selbstverständlich gut unterhält, Spaß macht, und den Zuschauer in seinem Inneren bewegt. Er soll sich selbst wiedererkennen können, über sich lachen, nachdenken, vielleicht auch weinen. Dazu muss man die Klassiker nicht aufmotzen, sie sind gut so wie sie sind. Man muss sie nur richtig lesen und die darin enthaltenen ewig gleichen menschlichen Leidenschaften und Triebe, die muss man rausfiltern, man muss sie ernst nehmen und dann zeigen. Damit haben Regie und Schauspieler mehr als genug zu tun, darin besteht die eigentliche Kunst.“