Der Reigen (Arthur Schnitzler)

“Reigen” – Liebe in all ihren Facetten. Weithin bekannt wurde das Stück durch den Film “La Ronde” von Max Ophüls im Jahre 1950. Nach seiner Uraufführung in Berlin 1920 und später auch in Wien sorgte der “Reigen” für einen schweren Theaterskandal, und Schnitzler selbst verhängte ein Aufführungsverbot. Heute sind die Themen, die sich um Verführung, Leidenschaft, Macht und Abhängigkeit, Anziehung und Abstoßung, Treue und Untreue sowie das Überschreiten von Standesgrenzen drehen, kein Anlass mehr für einen Aufruhr, sie werden nicht mehr öffentlich tabuisiert. Und trotzdem haben wir es geschafft, einen “Reigen” auf die Bühne zu bringen, der unter die Haut geht, der die ewig gleichen menschlichen Triebe der Geltung und Sexualität sowie die Liebe in ihren Facetten auf neue Weise tiefgründig und humorvoll beleuchtet.

Der Untertitel wurde von unserer Regisseurin gewählt, da sie ihr Augenmerk weniger auf die im Reigen gezeichnete Wiener Gesellschaft des 19. Jahrhunderts richten wollte, die Schnitzler im Spiegel des “Liebesreigens” gezeichnet hat, sondern viel mehr auf das alltägliche und uns immer bewegende Thema “Liebe”. So sehr auch aktuell noch alte Gesellschaftsstrukturen bestehen, natürlich weniger öffentlich und legitimiert, so unspektakulär schien ihr und dem Ensemble in dem Moment diese Problematik.
Die “Liebe” hingegen ist immer faszinierend, jeder Mensch will lieben, geliebt werden. Wir stellen im täglichen Umgang miteinander fest, dass man sich immer wieder missversteht, wenn es darum geht, was “Liebe” dem einzelnen bedeutet, wie er sie definiert, welchen Stellenwert im Leben sie einnimmt, was er dafür zu geben bereit ist. Was ist das mit der “Liebe”, die uns manchmal fast um den Verstand bringt?
Sexualität, Spiel, Macht und Abhängigkeit, Freiheit – Liebe?

Regie: Gabo Hoog

Es spielen: Hilde Haberland, Angela Jehring, Leonie Sattler, Simon-Baptist Mayer, Henrik Hänel, Daniel Johannes Schulz

Musik: Holger Lewin – Technik: Marcel Spiegler

Premiere: 22. April 2012

Spielzeit: ab April 2012; im Repertoire.